Luise Erdmann
- Person
- Luise Erdmann
- Vorname
- Luise
- Nachname
- Erdmann
- Geschlecht
- weiblich
- Geburtsdatum
- 6. Juli 1874
- Verstorben
- ja
- Todesort
- unbekannt
- Partei
- Fürs Volk
- Religion
- jüdisch
| Funktion | von | bis |
|---|---|---|
| Stadtrat | 1919 | 1922 |
- Maxstraße 11 (Letzter Wohnort in Fürth)
| Person | Verwandtschaftsgrad |
|---|---|
| Emma Feistmann | Mutter |
| Joseph Feistmann | Vater |
| Wilhelm Erdmann | Ehemann |
Luise Erdmann, geb. Feistmann (geb. 6. Juli 1874; Todesdatum unbekannt) war die Tochter von Joseph und Emma Feistmann sowie die Enkeltochter von Aaron Feistmann und Lea-Louise Cohn-Feistmann.
1894 Heirat mit Wilhelm Erdmann, einem wohlhabenden Teilhaber der Firma Rosenberg und Erdmann, Tuch und Flanell en gros, später Firma Willy Erdmann. Die Firmenräume befanden sich im Erdgeschoss, die Wohnung im ersten Obergeschoss des Hauses Maxstraße 11.[1]
Leben und Wirken
Luise Erdmann engagierte sich intensiv für soziale Belange und leistete Hilfe. Sie setzte sich stark für die Themen Gesundheit, Bildung und Verdienst im Besonderen auch für Frauen ein.
Bis 1908 waren Frauen von jeder politischen Betätigung ausgeschlossen, weshalb auch in Fürth thematisch unterschiedliche Frauenvereine gegründet wurden.
- Israelitischer Frauenverein - 1. Vorsitzende Luise Erdmann
- Frauenfürsorge-Verein Fürth - 1. Vorsitzende Luise Erdmann
- Vereinigte Frauenvereine - enge Zusammenarbeit mit Emmy Humbser[2]
Nach der Einführung des Frauenwahlrechts am 18. November 1918 kandidierte Luise Erdmann bei der Gemeindewahl am 15. Juni 1919 auf der Liste „Fürs Volk“. Sie wurde eine der ersten drei weiblichen Gemeindebevollmächtigten in Fürth.
Erdmann gelang 1939 die Flucht nach London. Im Jahr 1946 forderte sie ihr ehemaliges Wohngebäude Maxstraße 11 in einem sog. Wiedergutmachungsverfahren zurück, da das Wohnhaus am 15. November 1938 von keinem geringeren als dem stellvertretenden Gauleiter Karl Holz für 3.840 RM "gekauft" wurde. Diese wilde Arisierung wurde bereits 1940 für ungültig erklärt. Neue "Käufer" des Gebäudes war nun Kaspar Berthold, der am 17. Dezember 1940 das Gebäude für 46.200 RM "erwarb". Auch dieses Geld bekam nicht Luise Erdmann, sondern ging auf ein Sperrkonto der Gestapo in Nürnberg.[3]
Nach dem Krieg beantrage Erdmann die Wiedergutmachung ihres geraubten Eigentums. Nach drei Jahren (!) wurde ihr das Haus wieder zurückgegeben. Erdmann war zu dieser Zeit weiterhin in London.[4]
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Jüdisches Museum Franken in Fürth, Schnaittach und Schwabach
- ↑ Barbara Ohm: Geschichte der Frauen in Fürth, Geschichtsverein, Fürth, 2021, S. 163-165
- ↑ Kataster 9 irrtümlich Meier Loewi - Kataster 11 - Kataster 20 - Wunschel, Heinrich Habel: Denkmäler der Stadt Fürth, S. 284
- ↑ StAN, Bayerisches Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung, Außenstelle Nürnberg, Nr. 1600, Fürth, Maxstr. 11, Miethaus mit Rückgebäude; Kaspar u. Walburga Berthold; ehem. jüd. Eigentümer: Luise Erdmann, 1946 - 149, Aktenzeichen YG 1887-7