Else Hölzl: Unterschied zwischen den Versionen

Aus FürthWiki

Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(41 dazwischenliegende Versionen von 8 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{{Person
{{Person
|Titel=Dr.
|Namenszusatz=Dr.
|Vorname=Else
|Vorname=Else
|Nachname=Hölzl
|Nachname=Hölzl
|Geschlecht=weiblich
|Geschlecht=weiblich
|Abweichende Namensform=Elisabeth Dannenheisser
|AbweichendeNamensform=Elisabeth Dannenheisser
|Geburtsjahr=1891
|Geburtsdatum=1891
|Geburtsort=Landau
|Geburtsort=Landau
|Todesjahr=1976
|Todesdatum=1976
|Todesort=New York
|Todesort=New York
|Beruf=Ökonomin
|Beruf=Ökonomin
|Partei=SPD
|Partei=SPD
}}
}}
Dr. Else "Elisabeth" Hölzl (geb. 1891 in Landau geborene Dannheisser; gest. 1976 in New York) war Natur- und Staatswissenschaftlerin. Für die (Mehrheits-)[[SPD]]<ref>Anmerkung: Die SPD wurde zwischen 1917 und 1922 auch als "Mehrheits-SPD" - kurz MSPD - genannt.</ref> war Sie von [[Stadtrat von::1919]] bis [[Stadtrat bis::1922]] für die [[Partei::SPD]] Mitglied im [[Beruf::Stadtrat]]. Dr. Hölzl war mit Josef Hölzl verheiratet. Aus der Ehe stammt ein Sohn.
{{Funktion
|Funktion=Stadtrat
|FunktionVon=1919
|FunktionBis=1922
}}
{{Auszeichnung
|Auszeichnung=Straßenbenennung
|VerleihungAm=2018/11/21
}}
{{Familie
|Person=Josef Hölzl
|Verwandtschaftsgrad=1. Ehemann
}}
Dr. ''' Else „Elisabeth“ Hölzl''', geborene Dannheisser, (geb. [[1891]] in Landau; gest. [[1976]] in New York) war Natur- und Staatswissenschaftlerin. [[1912]] heiratete sie den Elektroingenieur Josef Hölzl. Aus der Ehe stammte ein Sohn (geb. [[1926]]).


== Leben und Wirken ==
== Leben und Wirken ==
Else Hölzl stammte aus einer großbürgerlichen Kaufmannsfamilie in Landau. Nach der Schulzeit in München legte sie [[1911]] ihre Reifeprüfung am Königlichen Maximiliansgymnasium in München ab. Nach dem Abitur studierte sie in Erlangen und an der Technischen Universität München Natur- und Staatswissenschaften. [[1918]] promovierte sie mit dem Thema: ''Die Gemeindefinanzen der Stadt Fürth in Bayern von 1808 - 1913''<ref>Franger, Gaby: Dr. Else Hölzl, in: Bedeutende Fürther Frauen. - Fürth, 2009. - S. 8</ref>.
Else Hölzl wuchs in einer großbürgerlichen Kaufmannsfamilie in Landau auf. Sie ging in München zur Schule und legte [[1911]] ihre Reifeprüfung am Königlichen Maximiliansgymnasium ab. Nach dem Abitur 1912 heiratete sie den Elektroingenieur Josef Hölzel. Als eine der Vorreiterinnen der akademischen Ausbildung von Frauen studierte sie in Erlangen und an der Technischen Universität München Natur- und Staatswissenschaften. [[1918]] promovierte sie mit dem Thema: ''Die Gemeindefinanzen der Stadt Fürth in Bayern von 1808 - 1913''.<ref>Gaby Franger: Dr. Else Hölzl, in: Bedeutende Fürther Frauen. - Fürth, 2009 - S. 8</ref>  


Während ihres Studium schien Hölzl in Fürth zu wohnen. Sie war Mitglied der [[SPD]] und wurde [[1919]] in den [[Stadtrat]] gewählt, dem sie bis [[1922]] angehörte. Als Mitglied des Stadtrates war sie im Wohlfahrts- und Fürsorgeausschuss sowie im Finanz- und Wirtschaftsausschuss tätig. Insbesondere in der Nachkriegszeit nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] setzte sie sich für die Belange der Frauen ein, deren Stellen und Stellung offensichtlich zu Gunsten von der Kriegsheimkehrer abgebaut wurden.  
Während ihres Studiums schien Hölzl in Fürth zu wohnen. Für die (Mehrheits-)[[SPD]]<ref>Anmerkung: Die SPD wurde zwischen 1917 und 1922 auch als "Mehrheits-SPD" - kurz MSPD - genannt</ref> war sie nach Einführung des [[Frauenwahlrecht in Deutschland|Frauenwahlrechts in Deutschland]] 1918 von [[1919]] bis [[1922]] eine der ersten drei weiblichen Mitglieder im [[Stadtrat]]. Als Stadträtin war sie im Wohlfahrts- und Fürsorgeausschuss sowie im Finanz- und Wirtschaftsausschuss tätig. Zusätzlich war sie in der Pressekommision der MSPD tätig und nahm als Fürther Delegierte an der Sozialdemokratischen Frauenkonferenz im September 1919 in Nürnberg teil. Dr. Elisabeth Hölzl engagierte sich besonders für die Belange der Frauen, deren Arbeitsstellen nach dem [[Erster Weltkrieg|Weltkrieg]] zu Gunsten von Kriegsheimkehrern abgebaut wurden.


[[1912]] heiratet Dr. Hölzl den Elektroingenieur Josef Hölzl. Aus der Ehe stammt ein Sohn.  
== Vertreibung ==
Bereits im März [[1933]] begann die Verfolgung der Familie Hölzl durch die [[NSDAP]]. Aus der vorhandenen Literatur geht leider nicht hervor, warum die Familie Hölzl verfolgt wurde. Zumindest die Mitgliedschaft in der SPD würde die Verfolgung erklären - mehr Anhaltspunkte sind aktuell jedoch nicht vorhanden. Josef Hölzl kam zunächst in Schutzhaft und erlag wenig später ([[1936]]) den Folgen eines Gehirnschlages (Schlaganfall). Dr. Elisabeth Hölzl gelang die Flucht erst [[1939]] mit ihrem 13-jährigen Sohn nach England. Dort versuchte sie mit verschiedenen Aushilfsjobs ihr Einkommen zu sichern. So arbeitete sie als Fabrikarbeiterin, Klavierlehrerin und Hausmutter in verschiedenen Privatschulen. Während dieser Zeit lernte sie ihren zweiten Ehemann kennen und wanderte schließlich mit ihm und ihrem Sohn [[1943]] in die USA aus. Dort begann sie beruflich eine neue Karriere als Mitarbeiterin in einem Blutlabor an einer Universitätsklinik in New York.


== Vertreibung ==
== Auszeichungen ==
Bereits im März [[1933]] begann die Verfolgung der Familie Hölzl durch die [[NSDAP]]. Aus der vorhandenen Literatur geht leider nicht hervor, warum die Familie Hölzl verfolgt wurde. Zumindest die Mitgliedschaft in der SPD würde die Verfolgung erklären - mehr Anhaltspunkte sind aktuell jedoch nicht vorhanden. Josef Hölzl kam zunächst in Schutzhaft und erlag wenig später ([[1936]]) an den Folgen eines Gehirnschlages (Schlaganfall). Dr. Hölzl gelang die Flucht erst [[1939]] mit ihrem 13-jährigen Sohn nach England. Dort versuchte sie mit verschiedenen Aushilfsjobs ihr Einkommen zu sichern. So arbeitete sie als Fabrikarbeiterin, Klavierlehrerin und Hausmutter in verschiedenen Privatschulen. Während dieser Zeit lernte Sie ihren zweiten Ehemann kennen und wanderte schließlich mit Ihm und ihren Sohn 1943 in die USA aus. Dort begann sie beruflich eine neue Karriere als Mitarbeiterin in einem Blutlabor an einer Universitätsklinik in New York.  
In der [[Stadtrat]]ssitzung vom [[21. November]] [[2018]] wurde einstimmig beschlossen, in einem neu geschaffenen Wohngebiet auf dem ehem. [[NORMA|Norma]]-Betriebsgelände westlich der Hansastraße, die [[Dr.-Elisabeth-Hölzl-Straße]] nach der ehemaligen Stadträtin zu benennen.
 
== Ehrungen ==
Seit [[7. März]] [[2026]] ist [[Elisabeth Hölzl]] im [[Ehrenweg]] in der [[Schwabacher Straße]] geehrt.


== Literatur ==
== Literatur ==
Franger, Gaby: Dr. Else Hölzl, in: Bedeutende Fürther Frauen. - Fürth, 2009. - S. 8
* Gaby Franger: ''Dr. Else Hölzl'', in: [[Bedeutende Fürther Frauen (Broschüre)|Bedeutende Fürther Frauen]] - Fürth, 2009 - S. 8
* UFF e. V. (Hrsg.): [[Frauen sichtbar machen (Buch)|Frauen sichtbar machen]], Fürth, 2025, S. 31 ff.


== Siehe auch ==
* [[Dr.-Elisabeth-Hölzl-Straße]]
* [[Ehrenweg]]
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
<references />


{{DEFAULTSORT:Hölzl,Else Dr.}}
==Bilder==
{{Bilder dieser Person}}
 
[[Kategorie:Politik]]
[[Kategorie:Politik]]

Aktuelle Version vom 6. März 2026, 17:42 Uhr

Person
Else Hölzl
Namenszusatz
Dr.
Vorname
Else
Nachname
Hölzl
Geschlecht
weiblich
Abw. Name
Elisabeth Dannenheisser
Geburtsdatum
1891
Geburtsort
Landau
Todesdatum
1976
Todesort
New York
Beruf
Ökonomin
Partei
SPD
 semantisches Browsen   Sem. Browsen / Abfrage
Funktionvonbis
Stadtrat19191922
AuszeichnungVerleihungAmAuszeichnungBemerkung
Straßenbenennung21 November 2018
PersonVerwandtschaftsgrad
Josef Hölzl1. Ehemann

Dr. Else „Elisabeth“ Hölzl, geborene Dannheisser, (geb. 1891 in Landau; gest. 1976 in New York) war Natur- und Staatswissenschaftlerin. 1912 heiratete sie den Elektroingenieur Josef Hölzl. Aus der Ehe stammte ein Sohn (geb. 1926).

Leben und Wirken

Else Hölzl wuchs in einer großbürgerlichen Kaufmannsfamilie in Landau auf. Sie ging in München zur Schule und legte 1911 ihre Reifeprüfung am Königlichen Maximiliansgymnasium ab. Nach dem Abitur 1912 heiratete sie den Elektroingenieur Josef Hölzel. Als eine der Vorreiterinnen der akademischen Ausbildung von Frauen studierte sie in Erlangen und an der Technischen Universität München Natur- und Staatswissenschaften. 1918 promovierte sie mit dem Thema: Die Gemeindefinanzen der Stadt Fürth in Bayern von 1808 - 1913.[1]

Während ihres Studiums schien Hölzl in Fürth zu wohnen. Für die (Mehrheits-)SPD[2] war sie nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland 1918 von 1919 bis 1922 eine der ersten drei weiblichen Mitglieder im Stadtrat. Als Stadträtin war sie im Wohlfahrts- und Fürsorgeausschuss sowie im Finanz- und Wirtschaftsausschuss tätig. Zusätzlich war sie in der Pressekommision der MSPD tätig und nahm als Fürther Delegierte an der Sozialdemokratischen Frauenkonferenz im September 1919 in Nürnberg teil. Dr. Elisabeth Hölzl engagierte sich besonders für die Belange der Frauen, deren Arbeitsstellen nach dem Weltkrieg zu Gunsten von Kriegsheimkehrern abgebaut wurden.

Vertreibung

Bereits im März 1933 begann die Verfolgung der Familie Hölzl durch die NSDAP. Aus der vorhandenen Literatur geht leider nicht hervor, warum die Familie Hölzl verfolgt wurde. Zumindest die Mitgliedschaft in der SPD würde die Verfolgung erklären - mehr Anhaltspunkte sind aktuell jedoch nicht vorhanden. Josef Hölzl kam zunächst in Schutzhaft und erlag wenig später (1936) den Folgen eines Gehirnschlages (Schlaganfall). Dr. Elisabeth Hölzl gelang die Flucht erst 1939 mit ihrem 13-jährigen Sohn nach England. Dort versuchte sie mit verschiedenen Aushilfsjobs ihr Einkommen zu sichern. So arbeitete sie als Fabrikarbeiterin, Klavierlehrerin und Hausmutter in verschiedenen Privatschulen. Während dieser Zeit lernte sie ihren zweiten Ehemann kennen und wanderte schließlich mit ihm und ihrem Sohn 1943 in die USA aus. Dort begann sie beruflich eine neue Karriere als Mitarbeiterin in einem Blutlabor an einer Universitätsklinik in New York.

Auszeichungen

In der Stadtratssitzung vom 21. November 2018 wurde einstimmig beschlossen, in einem neu geschaffenen Wohngebiet auf dem ehem. Norma-Betriebsgelände westlich der Hansastraße, die Dr.-Elisabeth-Hölzl-Straße nach der ehemaligen Stadträtin zu benennen.

Ehrungen

Seit 7. März 2026 ist Elisabeth Hölzl im Ehrenweg in der Schwabacher Straße geehrt.

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gaby Franger: Dr. Else Hölzl, in: Bedeutende Fürther Frauen. - Fürth, 2009 - S. 8
  2. Anmerkung: Die SPD wurde zwischen 1917 und 1922 auch als "Mehrheits-SPD" - kurz MSPD - genannt

Bilder