Johann Schubert
- Person
- Johann Schubert
- Vorname
- Johann
- Nachname
- Schubert
- Geschlecht
- männlich
- Abw. Namen
- Jean Neubauer, Johann Michael S.
- Geburtsdatum
- 5. Mai 1888
- Geburtsort
- Fürth
- Todesdatum
- 24. Juli 1966
- Todesort
- Fürth
- Beruf
- Maurer, Ingenieur, Baubeamter
- Partei
- SPD
- Religion
- evangelisch-lutherisch
- Friedhof
- Städtischer Friedhof
| Auszeichnung | VerleihungAm | AuszeichnungBemerkung |
|---|---|---|
| Bayerischer Militärverdienstorden | 30 Mai 1918 | III. Klasse mit Schwertern |
- Kriegerheimstraße 13 (Letzter Wohnort in Fürth)
| Person | Verwandtschaftsgrad |
|---|---|
| Anton Schubert | Vater |
| Elisabetha Neubauer | Mutter |
| Franz Karl Schubert | Sohn |
| Hans Schubert | Sohn |
| Pauline Elisabetha Schubert | Tochter |
| Pauline Schroll | Ehefrau |
Johann Michael Schubert (geb. 5. Mai 1888 in Fürth[1]; gest. 24. Juli 1966 ebenda[2]) war ein städtischer Baubeamter, Fußballspieler und Sportfunktionär.
Leben
Er wurde als erstes Kind der unverehelichten Elisabetha Dorothea Neubauer (1863–1950) geboren. Taufpate war sein Großvater, der Fürther Schreinermeister Johann Michael Neubauer.[1] Als er sieben Jahre alt war, heiratete seine Mutter den Kommissionär Anton Schubert (1868–1906). Erst Ende Juni 1901 übertrug ihm der Stiefvater seinen Familiennamen. Schubert bekam neun Halbgeschwister, sein Halbbruder Karl Schubert (1890–1918) fiel im Ersten Weltkrieg.[3] Durch den frühen Tod des Stiefvaters lebte die Familie in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen.[4]
Noch mit dem Namen Jean Neubauer wurde er am Weißen Sonntag des Jahres 1901 konfirmiert und erlernte von 1901 bis 1904 das Steinhauer-/Maurerhandwerk beim Maurermeister Johann Teufel. Als Geselle war er anfangs weiter bei diesem tätig, wechselte dann Mitte August 1905 zum Baugeschäft Karl Mayer. Ab 1908 arbeitete Schubert beim Baumeister Conrad Egelseer, wo er bald als Bauführer eingesetzt wurde.[5]
Als lediger, bei Familie Weinkauf in der Ottostraße 15 wohnender Bauführer stellte Schubert am 14. März 1913 ein Gesuch um Verleihung des Bürgerrechts und Ausfertigung eines Verehelichungszeugnisses, das ihm zehn Tage später bewilligt wurde.[6] Nach erfolgter Eheschließung zog er zu seiner Ehefrau in die Cadolzburger Straße 32, in die Wohnung seiner Schwiegereltern. Zum 1. April 1914 bezog das junge Ehepaar eine eigene Wohnung in der neu erbauten Pegnitzstraße 41.
Schubert trat am 1. Dezember 1913 als Hochbauaufseher in städtische Dienste. Bald wurde er im Stadtbauamt zum Technischen Sekretär ernannt, später wurde er als Baumeister und ab Mitte der 1920er Jahre als städtischer Bauingenieur bezeichnet.[5] In den letzten Jahren führte er den Titel Stadtbauamtmann.
Im Ersten Weltkrieg musste Johann Schubert als ungedienter Ersatzreservist am 4. August 1914 zum k. b. Armierungs-Bataillon Nr. 9, Kompanie 36 b in Freimersheim/Pfalz einrücken. Mitte Dezember 1914 kam er zum k. b. Armierungs-Bataillon Nr. 7, 1. Kompanie ins Feld. Am 30. März 1915 versetzte man ihn zum k. b. 7. Reserve-Infanterie-Regiment. Wegen Bronchitis und chronischem Nasenrachenkatarrh lag er von Ende April bis Ende Mai im Kriegslazarett Tournai/Belgien. Danach, vom 27. Mai bis 27. Juni 1915, nahm Schubert an der Frühjahrsschlacht bei La Bassée und Arras teil, blieb unverletzt, wurde aber krank, sodass er in das Kriegslazarett Cambrai und dann in das Reserver-Lazarett Bonn verbracht wurde. Bald nach der Genesung wurde Schubert wieder zum Armierungs-Bataillon Nr. 7, nun zur 2. Kompanie versetzt. Im Oktober 1915 wurde er überzähliger, im März 1918 etatmäßiger Gefreiter. In dieser Einheit war er bis Kriegsende im westlichen Kriegsgebiet eingesetzt. Schließlich wurde er mit 15 M Marschgeld und 50 M Entlassungsgeld am 5. Dezember 1918 in Marktschorgast aus dem Kriegsdienst entlassen.[7]
Im Rahmen des laufenden Wohnungsbauprogramms des Jahres 1927 bewarb sich Schubert am 22. Juni 1927 um ein Baudarlehen für den Bau eines Einfamilienhauses. Dazu kaufte er in der Gemarkung Poppenreuth das 595 m2 große Baugrundstück Flur-Nr. 609 1/5, das nach Fertigstellung Mitte April 1928 die Adresse Am Kavierlein 10 ½ erhielt. Als Darlehen bekam er ein Staatsdarlehen von 2000 RM, ein allgemeines Gemeindedarlehen sowie ein Arbeitgeberdarlehen von jeweils 4000 RM, also insgesamt 10.000 RM. Die Gesamtherstellungskosten betrugen rund 23.200 RM, die Lücke finanzierte er mit einer Hypothek der Sparkasse und eigenen Mitteln. Mitte der 1930er Jahre erhielt sein Anwesen die Anschrift Kriegerheimstraße 13.[8]
Schon in jungen Jahren (ab 1901) spielte Schubert Fußball, seit 1906 war er Mitglied der Spielvereinigung Fürth. Zudem betrieb er auch Leicht- und Schwerathletik. Ab 1921 spielte er beim TV Fürth 1860 bei der 5. Mannschaft Fußball. Diese wurde bald als „Schubert-Elf“ zum Markenzeichen des Vereins.[9] Später war Schubert lange Jahre als Platzverwalter, Verwaltungsmitglied und Vorsitzender des Jubiläums- und Ehrungsausschusses der Spielvereinigung tätig. Dem nach 1945 gegründeten Stadtausschuss für Leibesübungen gehörte er als Vorsitzender des Bauausschusses an.[10][11]
Johann Schubert starb als Witwer im Alter von 78 Jahren in seinem Haus Kriegerheimstraße 13.[2] Seine Ehefrau Pauline Schubert war bereits am 18. September 1959 verstorben.
Familie
Johann Schubert heiratete am 10. Mai 1913 in Fürth die Metalldrückermeisterstochter Barbara ‚Pauline‘ Schroll (geb. 13. August 1889 in Nürnberg).[12] Dieser Ehe entsprossen drei zu Fürth geborene Kinder:
- Pauline Elisabetha Schubert (geb. 30. September 1914)
- ‚Hans‘ Michael Schubert (geb. 26. August 1919), promovierte 1944 an der „Reichsuniversität Straβburg“ zum Dr. med.[13], war später in Fürth Facharzt für innere Medizin mit Praxis in der Königswarterstraße 46
- Franz Karl Schubert (geb. 9. Januar 1922)
Lokalberichterstattung
- Johann Schubert 70 Jahre alt – Vom Aktiven zum Förderer des Sports. In: Fürther Nachrichten vom 5. Mai 1958
- jr: Jean Schubert heute „Siebzig“ – Einer der verdientesten Sportpioniere. In: Nordbayerische Zeitung vom 5. Mai 1958
- N.: Der Sport war sein Lebensideal – Stadtbauamtmann a. D. Johann Schubert feiert heute seinen 70. Geburtstag. In: Fränkische Tagespost vom 5. Mai 1958
- Bauamtmann Johann Schubert ✝︎ – Zeitlebens setzte er sich für den Sport ein. In: Fürther Nachrichten vom 26. Juli 1966
- Johann Schubert ✝︎. In: Fränkische Tagespost vom 26. Juli 1966
- Johann Schubert zur letzten Ruhe gebettet. In: Fürther Nachrichten vom 28. Juli 1966
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Kirchenbücher St. Michael, Taufen 1885–1889, S. 355
- ↑ 2,0 2,1 Kirchenbücher St. Peter und Paul, Bestattungen 1938–1987, S. 201
- ↑ lt. Kriegsstammrolle 3292, Bd. 2 gefallen am 27. Mai 1918 im Pinonwald bei Pinon; Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kriegsgräberstätte Vauxbuin, Frankreich; Eintrag zu Karl Schubert - online
- ↑ Familienbogen Schubert, Anton; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
- ↑ 5,0 5,1 Familienbogen Schubert, Johann Michael; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
- ↑ „Akten des Stadtmagistrats Fürth. Schubert, Johann Michael, Bauführer von Fürth. Bürgerrechts-Verleihung. Ausstellung des Verehelichungszeugnisses“, 1913; StadtAFÜ Sign.-Nr. Fach 18 a/S 3944
- ↑ Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Abt. IV Kriegsarchiv, Kriegsstammrollen 1914–1918; Band 8126, 4; 20592; 20714 A; 20716, 1; 20719, 2
- ↑ „Akten des Stadtrats Fürth. Betreff: Wohnungsmangel. Schubert, Johann, städt. Ingenieur. Darlehen zur Errichtung des Hauses am Kavierlein Hs.-№ 10 ½, nun Kriegerheimstr. 13. 1927.“; StadtAFÜ Sign.-Nr. 9/531
- ↑ Gert Kuntermann: Fürth 1936 – Fürther Geschichtswerkstatt, S. 49 - online
- ↑ Fürther Nachrichten vom 5. Mai 1958
- ↑ Stadtarchiv Fürth, Biografische Sammlung: Schubert, Johann
- ↑ Kirchenbücher St. Michael, Trauungen 1908–1917, S. 243
- ↑ Wiki für die Geschichte der Medizinischen Fakultät der Reichsuniversität Straβburg von der Historischen Kommission: Hans Schubert - online